Kapselendoskopie des Dünndarmes

Die Kapselendoskopie ist eine recht neue Untersuchungstechnik, die erst seit diesem Jahrtausend angewandt wird. Sie ermöglicht erstmals die Untersuchung des gesamten etwa sechs Meter langen Dünndarms. Sie ist damit effektiver und gleichzeitig für den Patienten schonender als bisherige Methoden, wie beispielsweise die Doppelballonenteroskopie, bei der der Dünndarm mit einem langen Untersuchungsgerät über den Mund oder den After „aufgefädelt“ wird.
Bei der Kapselendoskopie schluckt der Patient eine kleine Kamera in Form einer Videokapsel (PillCam von der Firma Given Imaging), die eine Größe von 2,6 x 1,1 cm hat. Die Kapsel bewegt sich alleine durch die Peristaltik (Bewegung) des Darms und sendet ihre Aufnahmen an acht Elektroden, die von außen an der Bauchdecke festgeklebt sind (ähnlich wie beim EKG). Die Elektroden sind mit einem Aufnahmegerät verbunden, dass für den Zeitraum der Untersuchung (etwa acht Stunden) um die Schulter getragen wird.
Die Kapsel wird mit dem Stuhlgang ausgeschieden und kann einfach über die Toilette entsorgt werden. Das Bergen der Kapsel ist nicht notwendig, da die Aufnahmen bereits während der Untersuchung an die Elektroden gesandt wurden und somit verfügbar sind. Die Bilddateien werden auf eine PC-Workstation übertragen und können dort vom Arzt weiterverarbeitet und ausgewertet werden.

Das Haupteinsatzgebiet der Kapselendoskopie ist die Suche nach einer Blutungsquelle im Dünndarm.